Hotelbetten - Fluch oder Segen

Hotelbetten. Entweder man hasst sie oder liebt sie!

3 lange Tage und kurze Nächte habe ich mal wieder in Köln verbracht. In meinem Lieblingshotel am Waidmarkt wo ich nun schon das 5.Jahr in Folge residierte. Und was soll ich sagen, so sehr man sich dort auch Mühe gibt, früher oder später vermisse ich dort nicht nur optisch mein eigenes Bett, sondern auch vom liegen und Komfort her. Ich habe mich gefragt ob es Einbildung oder vielleicht einfach nur Gewöhnung ist. Egal ob allein oder zu zweit, wirklich erholsam war es nie. Rücken aua, Nacken aua, Popo Aua und zu kurz war das Bett sowieso. Trotzdem habe ich es überlebt und bin froh Euch nun halbwegs kuriert diesen Blog schreiben zu können. Kälte, Wärme oder Feuchtigkeitstransport sind ja dank moderner Klimaanlagen heutzutage kein Problem mehr. Aber die passende Festigkeit von Matratze und Kopfkissen, dazu diese festen Bett- und erst recht Kopfkissenbezüge. Mit hautsympathisch hat das in etwa so viel zutun wie Vegetarier mit Kotelett. Passt nicht, verträgt sich nicht, geht höchstens gefaked. Ich habe also stundenlang rumprobiert die Auswahl an Kissen so zu selektieren, dass mein Nacken weder extrem überdehnt wird, noch zu wenig gestützt oder gar eine Biegung macht wie der Teufel ums Weihwasser. Als ich es dann endlich geschafft hatte und ein 40x80 Kissen auf das 60x80 oben auf drapiert hatte und halbwegs bequem lag, ohne das mir alles wegflutschte (glaubt mir es war flutschiger als ich es mir oftmals wünsche), quälte mich dann nur noch dieser feste harte Kruppstahl-Gedächtnis-Bezug.

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Wer zur Hölle soll denn darauf einschlafen sofern er noch einigermaßen Gefühl im Gesichtsbereich besitzt und nicht jede Nervenzelle weggebotoxt wurde? Von Bartträgern fang ich jetzt mal garnicht an zu sprechen, sondern möchte für eben diese eine stille Schweigeminute anberaumen. Ich will nicht sagen Schmirgelpapier wäre weicher, aber….der Unterschied ist marginal. Satin, Jersey, Renforcé alles Fehlanzeige. Ich bin nicht einmal sicher ob das Ganze überhaupt gewebt wurde oder einfach baumwollbezogene LKW Plane war. Ertragbar wurde das ganze nach einem kleine Feierabend Drink und ein wenig Ablenkung auf diverser Art und Weise. Sollte ich nächste Mal ernsthaft wie so ein Teilzeit-Yogi auf Matcha Tee mein eigenes Kissen mitnehmen, nur damit meine Haut geschmeichelt wird? Und ich morgens weder den Nacken noch was anderes steif habe? NEIN! Denn ehrlicher Weise muss man gestehen, dass die Hotels einen ganz anderen Anspruch an die Bettwaren Produkte haben, als jeder normale Endverbraucher. Was wir mit Glück alle paar Wochen/Monate waschen ( Ja auch Kopfkissen kann man waschen!) muss im Hotel alle paar Tage durch einen temperaturhohen Schleudergang. Da geht es in erster Linie um Sauberkeit und Hygiene und nicht ums schlafen wie Prinzessin auf der Erbse.

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Zudem sind 3 Kissen in unterschiedlichen Größen und etwas unterschiedlichen Festigkeiten auch ausreichend damit jeder halbwegs normal tickende Gast eine passende Konstellation findet. Bliebe nur noch diese unausstehliche Festigkeit der Bezüge, aber da kann man sich ganz simpel einen eigenen Bezug mit in den Koffer packen und vor Ort aufziehen. Das nimmt weder Platz noch Gewicht bei 40x80 oder 60x80 weg. Wer nun denkt, dass er auch in 80x80 etwas braucht, dem sei gesagt, dass die wirklich guten Hotels dieses Maß nicht führen. Denn die kleineren Kissen lassen sich deutlich einfacher und somit häufiger waschen und machen in unterschiedlichen Größen auch optisch mehr her. Wir sollten also alle aufhören immer auf die Hotelbetten zu schimpfen, nur weil wir in unserem eigenen Bett einen vermeintlich noch höheren Standard aufweisen. Zudem kenne ich niemanden der seine Kissen alle paar Tage wäscht (ich möchte nochmal an das Reinigen appellieren!!). Mit dem Gedanken an gut gereinigte Kissen und Bettwaren allgemein lässt es sich übrigens auch in Hotelbetten ganz gut schlafen und das ein Hotel nicht jede Matratzen oder Kissen Variante vorrätig haben kann dürfte auch nahliegend sein. Also einfach einen Schlummertrunk mehr genießen und da Vorfreude ja bekanntlich die schönste ist, sollte man sich zum Ende des Urlaubs hin dann wieder auf sein eigenes Bett freuen und jede Minute darin wertschätzen wie man es vorher vielleicht nicht getan hat.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Urlaub. Andre

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